Lusen-Sommerweg

Lusen-Sommerweg

gipfelkreuzDer Lusengipfel ist schon seit jeher eines der beliebtesten Wanderziele im Bayerischen Wald. Eine besonders attraktive Tour geht man mit der Strecke „Fredenbrücke – Martinsklause – Teufelsloch – Lusen“. Ausgangspunkt für die ca. 3 1/2 – 4 Stunden dauernde Wanderung über den „Sommerweg“ ist der Parkplatz an der Fredenbrücke, den man linkerhand auf halbem Weg zwischen der Abzweigung Nationalparkstraße/Waldhäuser und Waldhäuser/Ort findet. Die Fredenbrücke ist im übrigen auch ein Haltepunkt der umweltfreundlichen „Igelbusse“, die während der Sommermonate von Mai bis Oktober im dichten Zeittakt im gesamten Nationalparkgebiet unterwegs sind.


martinsklauseEin schmaler Waldweg führt vom Parkplatz aus direkt in den dichten und kühlen Schluchtenwald, eine besondere Art von Mischwald. Schon von weitem höre ich dabei ein munteres Gluckern und Blubbern, ein Rauschen der ganz besonderen Art. Es ist die „kleine Ohe“, die selbst im Hochsommer einiges an kühlem Nass zu Tale führt. Sie begleitet den Wanderer in ständiger Sichtweite hinauf zur Martinsklause. Überhaupt spielt Wasser in dieser Region eine sehr spezielle Rolle, denn im Lusengebiet entspringen zwei der wichtigsten drei Quellflüsse der Ilz: die kleine und die große Ohe. Immer wieder queren etliche kleinere und größere Rinnsale den Wanderweg, die das Quellbächlein unermüdlich mit zusätzlichem Wasser speisen. Nach etwa einer halben Stunde erreiche ich mein erstes Highlight: Die Martinsklause. Still und verträumt liegt der dunkle Triftsee vor mir in dessen Wasser sich malerisch der ihn umschließende Bergwald spiegelt. Ein idealer Ort, um erste Rast zu halten.


ausblick1wegweiserAb der Martinsklause wird der Aufstieg zum Gipfel merklich anspruchsvoller. Der Pfad ist schmal und steinig geworden, gutes Schuhwerk zu haben unerlässlich. Es gilt den zweiten Abschnitt der Tour zu erreichen, das Teufelsloch. Zwar ist in dieser Höhenlage aufgrund von Wurfschäden der Baumbewuchs merklich lichter geworden, andererseits ermöglicht dies einige traumhafte Blicke hinunter ins Tal bis hinaus in den Vorwald. Deutlich steiler als bis zur Martinsklause führt der Weg weiter in Richtung Gipfel und noch immer quert so manches Bächlein meinen Weg. Es ist wirklich erstaunlich, dass selbst nach langen Trockenzeiten die vielen Rinnsale nicht zu versiegen scheinen. Nach einer guten halben Stunde Wegzeit erreiche ich das sagenumwobene Teufelsloch. Hier liegen auf wenigen Quadratmetern verteilt tausende von Granitblöcken, während man weit unter ihnen das dumpfe Rauschen der Ohe vernimmt.


teufelslochbohlenstegDas Teufelsloch hinter mir lassend, liegt nach knapp 30 Minuten Fußweg der Bohlensteg des Hochwalddistriktsteigs vor mir, der zur „Böhmweg-Schutzhütte“ führt. Zumindest bis hierher spendet einem das dichte Blätterdach der Laubbäume kühlenden Schatten. Je mehr man sich aber dem Anstieg zur Himmelsleiter nähert, desto lichter wird auch der Wald.


baumleichenglasarcheEbereschenbüsche und viele junge Fichtenbäumchen säumen nun meinen Weg. Dazwischen ragen kahle und abgestorbene Baumleichen wie mahnende Finger gen Himmel. Hier, in den oberen Höhenlagen, wo es die Vegetation von Haus aus schwer hat Fuß zu fassen, dauert die Regeneration des Waldes naturgemäß ein bisschen länger, als weiter unten im Tal. Doch erkennt der aufmerksame Beobachter deutlich, in welch hoffnungsvolle Richtung es gehen wird. Sehr schön anzusehen ist auch die „gläserne Arche“, ein von Glaskünstlern des Bayerischen Waldes aus 480 Glasscheiben gefertigtes Schiff. Die Glasarche – ein Projekt des Vereins WaldZeit – soll nicht nur die Jahrhunderte alte Glastradition im Bayerischen Wald/Böhmerwald symbolisieren, sondern sie steht auch als ein Zeichen für die Natur.


himmelsleiterhimmelslstufenEndlich – vor mir liegt der spektakulärste Teil meiner Lusenwanderung: Die Himmelsleiter. Kerzengerade verläuft der Weg hin zur steinernen Treppe, die im letzten Abschnitt der Tour steil hinauf und in schier unendlichen Stufen zum Gipfel des Lusens führt. Schon während des Anstiegs zum Gipfelkreuz ist die Aussicht hinüber zum nahen Rachel und dem umliegenden Waldgebirge einfach grandios. Voll freudiger Erwartung auf das Gipfelerlebnis steige ich zügig eine Stufe um die andere nach oben bis ich schließlich das „steinerne Meer“ und am Ende das Gipfelkreuz erreicht habe. Der Blick über die Berge des Bayerischen Waldes bis hinüber in den Böhmerwald ist die Krönung einer wunderschönen Wanderung und wird mit Sicherheit so nicht meine letzte gewesen sein.


Über den Sommerweg auf den Lusengipfel – Diashow!