Über die Grenzen des Bayerischen Waldes hinaus bekannt ist der “Lallinger Winkel“, der Obstgarten des Bayerischen Waldes.
Passend zur Kirchweih fand am Sonntag, den 15. Oktober 2006, der alljährliche Obst- und Bauernmarkt in Lalling statt.
Hunderte Besucher aus nah und fern strömten zu dem lokalen Ereignis, an dem nicht nur die Ernte der hiesigen Obstbauern zum Verkauf angeboten wurde. Allerlei Kunstwerk wie Holz-, Korb- und Töpferwaren, Most, Schnäpse und Eingemachtes ergänzten das Angebot des Marktes. Drechsler, Glasbläser, Rechen- und Holzschuhmacher zeigten zudem ihr altes Handwerk vielen interessierten Zuschauern.
Der “Schnupfa-Engl” – ein wirkliches Original!
Regen Zulauf hatte auch der Rechen- und Holzschuhmacher, seine handgemachten “Holz-Schlapfen” ließen sich scheinbar gut an den Mann/Frau bringen.
Bekanntlich hat die Glasbläserkunst im Bayerischen Wald eine sehr lange Tradition. An diesem Nachmittag konnte sich jeder einmal selbst an diesem Handwerk versuchen.
Überrascht und zugleich begeistert war ich über die Vielzahl der angebotenen alten Apfelsorten, die leider schon lange bei den meisten von uns in Vergessenheit geraten sind oder – schlimmer noch – die erst gar niemand kennt.So fand ich z.B. den Dülmener Rosenapfel oder den Priam, zwei wohlschmeckende aromatische Apfelsorten, die niemals den Weg in die Obsttheke des Supermarktes finden werden.
Dicht umlagert war den Nachmittag über auch der Kräuterbauer. Ob sein eigenwilliger Hut oder seine angebotenen Kräuter-Kostproben der Grund dafür war, war schwer abzuschätzen….
Andächtig stand ich auch eine Weile am Stand des Korbmachers – allerhand selbstgefertigtes stand zum Verkauf. Vom Brotkörbchen bis hin zur “Hoizschwing” war alles vertreten.
Auch die Kinder beteiligten sich engagiert am Verkauf der selbstgefertigten Waren. Im Bild das Trio eines in Lalling ansässigen Keramikbetriebes. Das hier sind keine Zwergenhüte mit Stroh gefüllt, sondern originelle Behausungen aus Keramik für die nützlichen “Ohrschliafa”, deren Lieblingsspeise Blattläuse sind.
Toll fand ich auch die Idee zum alljährlich stattfindenden Kreativitäts-Wettbewerb mit Wurzelfundstücken der hiesigen Schulkinder. Es ist erstaunlich welche Kunststücke dabei zustande kamen. Am Ende des Festes wurden – nach Abstimmung – die besten Werke prämiert.
Allerdings gab’s nicht nur Kreatives aus Kinderhänden zu bestaunen… an diesem Stand wurden die verschiedensten Gestecke zum Kauf angeboten.
Die Gemeinde Lalling bot an diesem Nachmittag ein fantastisches Programm rund um das Thema Obst und Handwerkskunst. Das Engagement der Einheimischen war beeindruckend und es verwundert nicht, dass der Obst- und Bauernmarkt von Jahr zu Jahr mehr Besucher in den Lallinger Winkel lockt.